Das 120%-Modell - ein Teilzeitmodell zur besseren Vereinbarkeit von Karriere und Care-Aufgaben in der Forschung und Sicherstelltung der Kontinuität in der beruflichen Laufbahn

Qualification Travail et famille Intersectoriel CH BE

Das 120%-Modell unterstützt die Vereinbarkeit einer akademischen Karriere mit familiären Verpflichtungen, indem es Teilzeitanstellungen fördert. Das 120%-Modell wurde für Personen konzipiert, die in einer wichtigen Phase der Karriere Kinder betreuen müssen und mehr Flexibilität benötigen. Das Modell ermöglicht eine vorübergehende Reduktion des Arbeitspensums bei gleichzeitiger Anstellung einer Supportperson. Mittlerweile wird es an mehreren Fakultäten der Universität Bern umgesetzt (vetsuisse, phil.nat). Vom SNF wird das Modell ebenfalls als Nachwuchsförderungsmassnahme propagiert.

Funktionsweise des 120%-Modells:

Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen mit Betreuungspflichten können nach der Geburt eines Kindes während eines Jahres ihr Pensum von 100% auf ≥ 60% reduzieren und durch die frei werdenden Stelleprozente die Anstellung einer Technikerin oder eines Doktoranden von ≤ 60% für Unterstützungs- und Entlastungsarbeiten anstellen. Der gemeinsame Anstellungsgrad beträgt 120%. Während eines Jahres stockt ein Techniker oder eine Doktorandin ihr bereits vorhandenes Pensum also in dem Umfang, in dem die geförderte Person ihr Pensum reduziert, auf. Sie übernimmt nun dringende, nicht verschiebbare Labor- oder klinische Arbeiten, so dass die laufenden Forschungsprojekte im bisherigen Rahmen weitergeführt werden können. Die Einarbeitung kann bereits vor Beginn der 120%-Periode erfolgen. Durch die intensivere Zusammenarbeit können auch neue Ideen entstehen.

Die bisher unterstützten WissenschaftlerInnen an der Universität Bern ziehen ein positives Fazit:

Alle bestätigen, dass das Modell eine grössere örtliche und zeitliche Flexibilität schafft. Stillzeiten konnten stressfreier wahrgenommen werden, es bestand die Möglichkeit, Kinder flexibler in eine Fremdbetreuung einzuführen und hektischen Momenten des Familienlebens konnte mit mehr Gelassenheit begegnet werden. Im Rahmen des 120%-Modells wurden nicht nur unabdingbare Arbeiten erledigt und Projekte zeitgerecht beendet, es entstand auch mehr Freiraum für die WissenschaftlerInnen selbst. Dies führte unter anderem dazu, dass neue Projekte zielgerichteter in Angriff genommen werden konnten. Alle geförderten WissenschaftlerInnen konnten während des Unterstützungsjahres Publikationen und Konferenzbeiträge verfassen, so dass keine nennenswerten Unterbrüche der Forschungskarriere entstanden sind.

Liens

Vetsuisse-Fakultät

Philosophisch-naturwissenschaftliche Fakultät

Schweizerischer Nationalfonds

Karrierewege an der Universität Bern

Porteurs du projet

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