Pilotprojekt „Integration in der Landwirtschaft“ / Teilprojekt I „Arbeiten in der Landwirtschaft

Réfugiés Agriculture, sylviculture et pêche CH
Auf dem Gemüsebaubetrieb von Margret und Andreas Eschbach in Füllinsdorf sind seit Jahren Flüchtlinge tätig.
Es gibt sie bereits: Beispiele, bei denen vorläufig aufgenommene und anerkannte Flüchtlinge erfolgreich auf Schweizer Landwirtschaftsbetrieben arbeiten.

SBV und SEM wollen mit dem Pilotprojekt „Integration in der Landwirtschaft“ die Arbeitsmarktintegration von anerkannten Flüchtlingen und vorläufig Aufgenommenen in der Landwirtschaft fördern. Das Pilotprojekt soll zeigen, welches die idealen Rahmenbedingungen und Erfolgsfaktoren für eine gelungene Integration der Flüchtlinge in der Arbeitswelt der Landwirtschaft sind und so im Idealfall eine Win-Win Situation für alle schaffen.

Die Schweizer Landwirtschaft ist jährlich auf ungefähr 35‘000 ausländische Arbeitskräfte angewiesen. Besonders arbeitsintensive Branchen wie Gemüse, Obst oder Wein beschäftigen während der Vegetationszeit und Arbeitsspitzen wie der Erntezeit zahlreiche, meist befriste angestellte Arbeitskräfte.

Mit dem Einsatz von Flüchtlingen und vorläufig Aufgenommenen als Arbeitskräfte auf Landwirtschaftsbetrieben, kann ein Teil dieser Beschäftigten statt im Aus- im Inland rekrutiert werden. Damit leistet die Landwirtschaft einen Beitrag zur Förderung des inländischen Potenzials.

Mit dem Pilotprojekt wollen der SBV und das SEM verschiedene Ziele erreichen: Für die Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommenen Menschen sollen sich Möglichkeiten erschliessen, am Arbeitsmarkt in der Landwirtschaft teilzunehmen, praktisches Wissen zu erwerben oder auszubauen und ihre Sprachkenntnisse zu festigen. Die Landwirtschaftsbetreibe sollen Arbeitskräfte aus der Umgebung rekrutieren können, im Idealfall auch für wiederholte Einsätze und mehrere Jahre. Eine gelungen Arbeitsmarktintegration bedeutet zudem eine finanzielle Entlastung der öffentlichen Hand.

Projektrahmen

Im Pilotprojekt stehen Arbeitseinsätze von drei bis 12 Monaten in Zentrum. Die Teilnehmenden sammeln in der Landwirtschaft Arbeitserfahrung und erwerben während des Einsatzes sowohl fachliches Grundwissen als auch Sprachkenntnisse im Alltag. Die Teilnehmerzahl ist aufgrund des Budget auf ca. 15 Teilnehmer pro Jahr begrenzt.

Zielgruppe

Frauen und Männer, die als anerkannte Flüchtlinge oder vorläufig Aufgenommene in der Schweiz leben. Asylsuchende (Ausweis N) gehören explizit nicht zur Zielgruppe.

Projektziele

Teilnehmer: Integration in den Arbeitsmarkt, praktisches Wissen erwerben und ausbauen, Sprachkenntnisse ausbauen und festigen.

Landwirtschaftsbetriebe: Personen aus dem näheren Umfeld (Kanton) zu rekrutieren, wiederkehrende Arbeitskräfte gewinnen

SBV: Inländisches Arbeitskräftepotenzial nutzen, Beitrag zur Umsetzung von Art. 121a BV leisten

Bund, Kantone, Gemeinden: Arbeitsintegration und auch die soziale Integration fördern, Sozialkosten senken

Anforderungen für die Teilnahme

Teilnehmer: sind motiviert in der Landwirtschaft zu arbeiten, körperliche Arbeit gewohnt, gute körperliche Verfassung, Kommunikation muss möglich sein, sind bereit, auf dem Betrieb oder in der Nähe des Betriebes zu leben (meistens ländliche Gegend) und sich in den Alltag des Betriebes zu integrieren, wollen sich sprachlich und fachlich weiterbilden u.ä.m.

Betriebe: sind motiviert die Teilnehmer „on the job“ aus- und weiterzubilden, Integration ins soziale Umfeld des Betriebes, EKAS-Richtlinien usw.

Auswahl der Teilnehmenden

Interessierte Arbeitgeber melden sich beim SBV fürs Pilotprojekt an.

Die Teilnehmer (Flü/vA) werden von den regionalen Flüchtlingsbetreuungsstellen ausgefühlt. Es findet ein Vorstellungsgespräch und wenn immer möglich Schnuppertag auf dem Betrieb statt. Nachher wird entschieden, ob der Arbeitsvertrag zustande kommt.

Evaluation

Die Betriebe und Teilnehmer müssen regelmässig (in den ersten zwei Monaten zweimal pro Monat und nachher monatlich) ein Mitarbeitergespräch durchführen und protokollieren. Am Ende des Einsatzes wird ein Schlussgespräch durchgeführt inkl. Schlussbericht. Diese Informationen werden für die externe Evaluation des Pilotprojekts benötigt.

Projektdauer

Das Pilotprojekt wurde im Frühling 2015 gestartet und dauert drei Jahre.

Porteurs du projet

Schweizer Bauernverband

Der Schweizer Bauernverband ist der Dachverband der Schweizer Landwirtschaft.

Schweizer Bauernverband
Laurstrasse 10
5201 Brugg

Staatssekretariat für Migration SEM

Das SEM regelt, unter welchen Bedingungen jemand in die Schweiz einreisen, hier leben und arbeiten darf – und es entscheidet, wer hier Schutz vor Verfolgung erhält. Das Staatssekretariat koordiniert zudem die Integrationsbemühungen von Bund, Kanton und Gemeinden und ist auf Bundesebene für Einbürgerungen zuständig.

Staatssekretariat für Migration SEM
Quellenweg 6
3003 Bern

Informations complémentaires

Schweizer Bauernverband
Monika Schatzmann
056 461 78 41
monika.schatzmann@agrimpuls.ch